Erzgebirgische Volkskunst - ein Handwerk mit Tradition

Der Räuchermann, Engel und Bergmann, der Schwibbogen und die Pyramide - sie stehen stellvertretend für die erzgebirgische Volkskunst, die über die Grenzen des Erzgebirges und Deutschlands hinaus ihren Weg in die gesamte Welt gefunden und das Weihnachtsland Erzgebirge bekannt gemacht hat.

Aus einer Feierabendbeschäftigung der Bergleute im Erzgebirge wurde im Laufe der Jahrhunderte die bekannte Holkunst aus dem Erzgebirge.

Wie das Räuchermännchen der Sage nach entstand

Jedes Jahr zu Weihnachten steht er in unzähligen Wohnungen und verbreitet den wohlriechenden Duft der Weihnachtszeit - der Räuchermann. Bei uns im Erzgebirge wird er Raachermannel genannt. Aber haben sie sich nicht auch schon gefragt, wie das Räuchermännchen eigentlich entstanden ist? So könnte es gewesen sein:

Räuchermann ErzgebirgeIm Erzgebirge lebte im 19.Jahrhundert ein armes Ehepaar, das nicht genug Geld besaß, um sich ausreichend zu ernähren. Die Frau ging jeden Tag auf den Markt, um ihre Tücher und im Sommer und im späten Frühling ihre selbst geflochtenen Blumenkränze zu verkaufen. Der Mann war Holzfäller und arbeitete im Wald. Sein dürftiges Einkommen sicherte ihm der Verkauf der Stämme an Sägemühlen. Die Baumstümpfe wurden als Feuerholz verwendet.

Doch eines Tages, als der Mann im Wald war und einen Baumstumpf entfernen wollte (früher wurden Ochsen oder Pferde zum Herausziehen der Baumstümpfe benutzt), hörte er eine Stimme, die ihm sagte: "Halt, wenn du mich verfeuerst, werdet ihr nie genug zu Essen haben." Der Mann ignorierte es beim ersten Mal, doch als der Baumstumpf wieder und wieder anfing, sagte der Mann: "Nun gut, ich werde dich nicht verfeuern, wenn du mir sagst, was du meintest." Der Baumstumpf antwortete: "In mir schlummert eine Figur, diese Figur muss freigelegt werden, du musst mich schön verzieren und deiner Frau mit auf den Markt geben und du musst ein Stück Moos in mich legen und es anzünden. Aber vergiss nicht, ein Loch in mich zu bohren, sonst wird die Flamme erlöschen und das Moos hört auf zu Qualmen."

Wie ihm aufgetragen, befolgte er alles was ihm der Baumstumpf gesagt hatte. Seine Frau stand am nächsten Tag auf dem Markt mit dem Männchen in ihrem Korb. Ein älterer Mann kam an der Frau vorbei und sah das Männlein. "Was ist das?" Die Frau sagte blitzschnell: "Dies ist ein Räuchermännlein" "Ich nehme es als Geschenk für mein Enkelkind." entgegnete ihr der Mann.

Am Abend erzählte sie ihrem Mann davon. Dieser stellte am nächsten Tag mehrere Räuchermännlein her, die auf dem Markt sofort gekauft wurden. Von nun an schnitzte der Mann nur noch diese Räuchermä¤nner. Das Ehepaar verdiente nun viel mehr Geld als sonst.

Das war der Sage nach die Geburtsstunde des Raachermannls. Ich hoffe ihnen hat diese kurze Geschichte gefallen. (aufgeschrieben von Stephan Hartmann, 11 Jahre)